5000 Lehrer folgen dem Demonstrationsaufruf des VBE
Erhöhung der Arbeitszeit bringt das Fass zum Überlaufen
Rund 5000 Lehrerinnen und Lehrer sind dem Aufruf der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung VBE NRW gefolgt und werden heute an der gemeinsam von DBB und DGB organisierten Großdemonstration in Düsseldorf teilnehmen. „Mit der Erhöhung der Arbeitszeit für Lehrerinnen und Lehrer ist das Maß endgültig voll – die Stimmung an den Schulen ist auf dem Nullpunkt“, erklärt der VBE-Landesvorsitzende Udo Beckmann. „Ministerpräsident Steinbrück ist der Schulministerin, die umfangreiche bildungspolitische Neuerungen auf den Weg bringen will, mit dem Beschluss, die Arbeitszeit der Lehrkräfte zu erhöhen, in den Rücken gefallen. Das lassen sich die Lehrerinnen und Lehrer in NRW nicht gefallen! Arbeitszeit rauf und Einkommen runter – nicht mit uns!“
Die Empörung an den Schulen sei vor allem deshalb so groß, weil das Bildungssystem vor gewaltigen Herausforderungen stehe, die nicht nur das erst kürzlich verabschiedete Schulrechtsänderungsgesetz festlege. Beckmann: „Dazu benötigt man aber motivierte Pädagogen! Lehrer wollen sich nicht länger als lästige Almosenempfänger ihres Dienstherrn fühlen! Der VBE wehre sich vehement dagegen, dass die Lehrer zu lästigen Unkostenposten im Landeshaushalt degradiert werden. „Das so genannte Düsseldorfer Signal“, so der VBE-Landesvorsitzende, „untergräbt das Vertrauen junger Menschen in das Lehramtsstudium und ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die im Vertrauen auf die Werbekampagne der Landesregierung eine Lehrerausbildung begonnen oder abgeschlossen haben. Durch die geplante Arbeitszeiterhöhung werden 5000 Stellen gestrichen, d.h. 5000 weniger neue Lehrer eingestellt. Abgesehen davon, dass sich durch eine Stunde Mehrarbeit die Situation in den Mangelfächern nicht spürbar verbessern wird, werden junge Menschen künftig den Auskünften der Landesregierung und ihrer Werbekampagnen noch mehr misstrauen. Das ist fatal angesichts der Tatsache, dass in NRW in den kommenden zwölf Jahren 83 000 Lehrerinnen und Lehrer in den Ruhestand gehen – mehr als die Hälfte des derzeitigen Bestandes. Das würde langfristig den Kollaps des Bildungssystems bedeuten.“ Der VBE erneuert seine Aufforderung an alle Schulen, angesichts der Arbeitszeiterhöhung zu prüfen, was sie über den Pflichtbereich hinaus noch leisten können. Beckmann: „Dies ist notwendig, da die Landesregierung die Fürsorgepflicht für ihre Beschäftigten nicht wahr nimmt, obwohl die Belastung der Lehrerinnen und Lehrer ist in zahlreichen Studien, die zum Teil von der Landesregierung selbst in Auftrag gegeben wurden, nachgewiesen worden. Das Maß ist endgültig voll!“
24.09.03
